Big Island, Hawaii
Vulkane, Wasserfälle und schwarze Sandstrände — die vielfältigste Insel Hawaiis.
Big Island in sechs Tagen
Schwarze Lavafelder, tosende Fünf-Meter-Wellen, Meeresschildkröten am einsamen Strand und der Mauna-Kea-Gipfel auf 4.200 Metern — Big Island packt mehr Landschaften auf eine Insel als so mancher ganze Kontinent.
Highlights: Rainbow & Akaka Falls · Kekaha Kai zum Bodysurfen · Mauna-Kea-Gipfel mit Sternwarte · Waipi’o Valley · Green Sand & Turtle Beach. Anreise per Flug, vor Ort unbedingt einen Mietwagen (für den Mauna Kea einen 4x4). Dauer: Ich war sechs Tage unterwegs.
Was, wenn ich hier einfach rechts abbiege?
Kurz nach acht türmt sich vor mir eine Wand aus Wasser auf — fünf Meter, vielleicht mehr. Eine Sekunde Stille, dann bricht sie donnernd über der türkisen Bucht zusammen. Ich stehe knietief im Pazifik, lache, und denke nur: Genau dafür bin ich hier.
Sechs Tage habe ich für Big Island eingeplant. Kein Programm, keine Hotelburg — nur ein Mietwagen, eine Landkarte und diese eine Frage, die mich die ganze Insel über begleitet: Was, wenn ich hier einfach rechts abbiege? Fast jedes Mal wartet dahinter etwas, das ich so nicht erwartet hätte.
Big Island — verblüffende Fakten
Eine Insel, fast alle Klimazonen der Erde. Warum Hilo tropisch, Kona trocken und der Gipfel eiskalt ist.





Kīlauea glüht — mein erster Abend auf Big Island

Der erste Tag beginnt gemächlich an der Küste: ein von Palmen gesäumter Salzwasser-Fischteich, dahinter schwarzes Lavagestein — und überall Schilder. Tsunami-Evakuierungswege, „Do Not Enter", Warnungen vor herabfallenden Kokosnüssen. Man merkt sofort: Hier lebt man mit der Natur, nicht gegen sie. Eine alte Steinmauer schützt eine hawaiianische Kulturstätte — ein ruhiger, fast ehrfürchtiger Auftakt.
Am Nachmittag zieht es mich dorthin, wofür die Insel weltberühmt ist: in den Hawaiʻi Volcanoes National Park. Ein braunes Schild markiert das Lavafeld von 1974 — erstarrte Ströme, so weit das Auge reicht, als hätte die Erde hier vor Kurzem Luft geholt.
Und dann, in der Dämmerung, das Bild, das bleibt: der Halemaʻumaʻu-Krater. Aus der Tiefe steigt eine Gaswolke, und darunter glüht ein leuchtend roter Lavasee, der die ganze Wolke von unten anleuchtet. Man spürt die Wärme der Erde — und begreift, dass diese Insel noch mitten im Entstehen ist.










„Was, wenn ich hier einfach rechts abbiege?"
Wasserfälle, so weit das Auge reicht

Heute beginnt mein „Rund-Trip". Nicht mal fünf Minuten von meinem Hostel entfernt liegt der Rainbow Falls — kein besonders hoher Wasserfall, aber Pflichtprogramm in Hilo. Wenn die Sonne durch die Gischt fällt, zaubert sie die Regenbogenfarben hervor, denen er seinen Namen verdankt.
Weiter zum Akaka Falls State Park. Statt direkt zum großen Wasserfall zu laufen, nehme ich den Circuit Trail gegen den Uhrzeigersinn — und entdecke unterwegs gleich vier Wasserfälle, dazu eine wunderschöne Flora, sogar eine rosa Zwergbanane. Ein kurzer Stopp am Kolekole Beach Park: üppiger Urwald, schön angelegte Plätze, und hinter der Brücke noch ein paar Wasserfälle mehr.
Dann Richtung Norden, an der Küste entlang, zum Waipiʻo Valley Overlook. Auf den letzten Meilen nehme ich zwei Anhalter mit — meine allerersten überhaupt, er aus Montana, sie aus New Mexico. Der Ausblick ins Tal mit dem schwarzen Strand tief unten ist überwältigend (hinunter dürfen nur 4-Wheels). Über Waimea — mit kurzer Kaffeepause — fahre ich zum gegenüberliegenden Pololū Valley Overlook und suche mir schließlich in Häwi ein Plätzchen für die Nacht.















Vom Strand auf 2800 Meter — und zum Saturn

Am Samstagmorgen um acht ist im Samuel-M.-Spencer-Beach-Park schon richtig was los — die Einheimischen machen Party am Beach und bringen alles zum Grillen mit. Gleich oberhalb residierte einst König Kamehameha; spannend, dass er vor noch nicht mal 200 Jahren über die Inseln herrschte. Sein europäischer Berater kam übrigens durch einen Schiffbruch an diese Küste.
Weiter zum Hapuna Beach — weißer Sand, und an den Enden kann man schnorcheln. Nach Baden und Sonne habe ich die Zeit total verpennt und breche erst am späten Nachmittag zum Mauna Kea auf. Für den Gipfel reicht es nicht mehr, also bleibe ich am Visitor Center auf 2800 Metern hängen.
Eine halbe Stunde Pause, damit der Körper sich an die Höhe gewöhnt, ein heißer Kakao — und dann der Lohn: Abends fahren die Astronomen ihre Teleskope in Position. Ich sehe den Saturn mit seinen Ringen, imposant. Der Mond war mir so "nahe" wie noch nie. Auf der Rückfahrt noch ein Foto vom Sonnenuntergang über den Wolken. Was für ein Tag! Übernachtung in Waikoloa Village.















Mauna Kea auch ohne Allrad erleben
Die Gipfelstraße oberhalb des Visitor Centers darf man nur mit 4×4 befahren. Wer keinen hat, bucht eine geführte Tour — Transport zum Gipfel, warme Jacke und Teleskope sind inklusive.
* Anzeige · Affiliate-Link. Buchung, Verfügbarkeit und Preis direkt bei GetYourGuide — für dich ohne Aufpreis. Preise „ab“ pro Person, Stand der Recherche.

Fünf-Meter-Wellen, Schildkröten und ein Korallenriff

Reiner Strandtag — aber nicht nur ein Strand. Auf der Suche nach weniger offiziellen Buchten biege ich kurz hinter Meile 88 ab und lande im Kekaha Kai State Park. Und was soll ich sagen: einfach toll. Türkisblaues Meer, weißer Sand — und Wellen, die sich alle paar Minuten auf gut fünf Meter auftürmen, um dann mit großem Getöse zusammenzustürzen. Mein einziger Fehler: kein Waveboard fürs Bodysurfen dabei (gibt es ab 24 $ bei Walmart) — nächstes Mal ganz sicher.
Zwei Meilen weiter rüttelt mich ein Schotterweg mitten durch ein erkaltetes Lavafeld zur Mahaiʻula-Section. Am Ende: ein schöner Strand — und zwei Meeresschildkröten, die seelenruhig dösen. Einfach cool.
Danach geht es Richtung Kailua-Kona, der zweitgrößten Stadt der Insel. Zum Abschluss will ich noch unbedingt schnorcheln: Ziel ist die Honaunau Bay mit ihrem schönen Korallenriff. Big Island, du hast mich.










Wo sich die Insel auf den großen Tag vorbereitet

Heute fahre ich die Kona-Küste entlang — und die ganze Gegend steht unter Strom: In Kona laufen die Vorbereitungen für den Ironman, die Triathlon-WM am nächsten Wochenende, auf Hochtouren. Überall trainieren Athleten, die Stadt vibriert.
Ich lasse mir Zeit und hüpfe von Beach Park zu Beach Park: Pahoehoe Beach, die Kahaluʻu Bay mit Surfern und Schnorchlern im türkisen Wasser, die Laʻaloa Bay („Magic Sands"). Schwarze Lavafelsen, über die die Wellen brechen, weißer Sand dazwischen — der Kontrast, für den diese Insel steht.
Ein kurzer Stopp noch am Kealakekua Bay State Historical Park, dann lasse ich den Tag an der Küste ausklingen. Kein großes Programm — genau richtig, um die Insel einfach zu spüren.















Der südlichste Punkt der USA und fünf Schildkröten

Auf dem Weg zur Turtle Beach lege ich zuerst am South Point ein — dem südlichsten Punkt der gesamten USA. Neben wilder Steilküste gibt es ruhigere Stellen, an denen sich Mutige aus rund zehn Metern Höhe ins glasklare Wasser stürzen oder in eine Grotte springen. Einheimische machen es vor.
Das eigentliche Highlight ist der Trail zur Green Sand Beach (Papakōlea) — ja, eine Bucht mit grünem Sand, einer von nur vier weltweit. Ich nehme eine kurze Abkühlung, und wer besucht mich? Eine Meeresschildkröte zieht im kristallklaren Wasser ihre Bahn neben mir und verschwindet wieder im Ozean.
Zum Abschluss die Black Sand Beach Punaluʻu — die Turtle Beach. Touristen werden busweise gebracht, um für zehn Minuten die Seaturtles zu sehen. Und es ist beeindruckend: die luftholenden Schildkröten, ihre Panzer, ganz ruhig am schwarzen Strand. (Bitte immer ein paar Meter Abstand halten — das ist Vorschrift.))















Spring in die Fluten... Enjoy!
Meine Route auf Big Island
Die grüne Linie ist mein tatsächlicher Weg (GPS). Klick die Pins für die Highlights.
Erlebnisse für deine Big-Island-Reise
Kein Mietwagen oder wenig Zeit? Diese Erlebnisse sind organisiert und direkt buchbar — von Anbietern vor Ort.
* Anzeige · Affiliate-Link. Buchung, Verfügbarkeit und Preis direkt bei GetYourGuide — für dich ohne Aufpreis. Preise „ab“ pro Person, Stand der Recherche.
Praktische Infos für Big Island
Was Big Island außerdem zu bieten hat
Orte, die ich auf eigene Faust entdeckt habe — kein Ticket, kein Guide. Einfach hinfahren.
Häufige Fragen zu Big Island
Wie viele Tage sollte man für Big Island einplanen?
Für die Highlights reichen 4–5 Tage. Ich war 5 Tage da und habe Vulkan-Nationalpark, Mauna Kea, die Kona-Küste, South Point und Punaluʻu geschafft. Wer entspannter reist oder viel schnorchelt, plant besser eine ganze Woche.
Braucht man auf Big Island einen Mietwagen?
Ja, ein Mietwagen ist praktisch Pflicht — die Highlights liegen weit auseinander und öffentlichen Nahverkehr gibt es kaum. Für den Mauna-Kea-Gipfel und die Waipiʻo-Talstraße brauchst du zusätzlich einen Allrad (4×4).
Was ist die beste Reisezeit für Big Island?
Big Island ist ganzjährig mild. Am trockensten ist die Kona-Seite im Westen von April bis Oktober. Die Hilo-Seite im Osten ist grüner, aber deutlich regenreicher.
Kann man ohne 4×4 auf den Mauna Kea?
Die Gipfelstraße oberhalb des Visitor Centers (2.800 m) darf man nur mit Allrad befahren. Ohne eigenes 4×4 bucht man eine geführte Gipfel- und Sternentour — Transport, Parka und Teleskope sind inklusive.
Wo sieht man auf Big Island Meeresschildkröten?
Sehr zuverlässig am schwarzen Sandstrand von Punaluʻu und beim Schnorcheln an den Beach Parks der Kona-Küste (z. B. Honaunau Bay). Meeresschildkröten (Honu) stehen unter Schutz: beobachten ja, aber Abstand halten und niemals anfassen.
Welche Hawaii-Insel ist die beste — Big Island, Oahu, Maui, Kauai …?
Das hängt von deinem Typ ab. **Big Island** ist die vielfältigste: aktive Vulkane, Schnee auf dem Mauna Kea, schwarze und grüne Sandstrände. **Oahu** verbindet Stadt (Waikiki), Geschichte (Pearl Harbor) und die Wellen der North Shore. **Maui** ist die Insel der Aussichten — Road to Hana, Wasserfälle und der Haleakalā-Sonnenaufgang. **Kauai** ist die grünste Insel und ein Traum für Wanderer: Napali Coast und Waimea Canyon; einige Trails (z. B. Kalalau Trail / Haʻena State Park) brauchen eine Reservierung. **Molokai** und **Lanai** habe ich selbst nicht besucht — sie gelten als die ursprünglichsten, ruhigsten Inseln, ideal zum Entschleunigen. Mein Favorit für Natur-Vielfalt: Big Island; fürs Wandern: Kauai.
